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Stefan Blunier, Dirigent

Der 1964 in Bern geborene Dirigent Stefan Blunier studierte in seiner Heimatstadt und an der Folkwang Hochschule Essen Klavier, Horn, Komposition und Dirigieren. Noch während der Studienzeit gründete er das „Ensemble für Neue Musik Essen“ und trat als Pianist international mit Klavierabenden, Rundfunkproduktionen und Liederabenden in Erscheinung.

Sein dirigentischer Werdegang kann als klassischer Weg durch die Opernhäuser bezeichnet werden. Nach Stationen in Mainz, Augsburg und Mannheim, letztere als 1. Kapellmeister, war er seit der Spielzeit 2001/02 bis zum Ende der Jahres 2008 Generalmusikdirektor am Staatstheater Darmstadt.

Erfolgreiche Teilnahmen an Dirigierwettbewerben (Besancon 1990 und Malko 1992 in Kopenhagen) führten früh zu Konzertverpflichtungen im In- und Ausland. So gastierte Blunier u.a. bei nahezu allen deutschen Rundfunkorchestern, dem Gewandhausorchester Leipzig, den  Stuttgarter Philharmonikern, der Staatsphilharmonie Ludwigshafen, den Duisburger Sinfonikern, sowie vielen Orchestern in Dänemark, Belgien, Italien, Korea, der Schweiz und Frankreich. Im Bereich der Oper war er an den Opernhäusern in München, Hamburg, Leipzig, Stuttgart und Berlin (Komische Oper und Deutsche Oper), sowie in Montpellier, Oslo und Bern verpflichtet.

Seine programmatischen Vorlieben für die Jahrhundertwende und die zeitgenössischen Werke spiegelten sich vor allem in Darmstadt wieder. So dirigierte er u.a. die Opern  „Das Spielwerk“ (Schreker), „Oedipus der Tyrann“ und „Antigone“ (Orff), die Deutschen Erstaufführungen von „L`amour de loin“ (Saariaho) und  „Der Rattenfänger“ (Cerha), sowie die zyklische Aufführung von Wagners Werken. Im sinfonischen Bereich  liegen neben den Standartwerken die Vorlieben bei Zemlinsky, Pfitzner, Reger und Busoni, Schönberg und Sibelius.

Stefan Blunier produzierte CD`s für SONY, CPO, Dabringhaus & Grimm und hat gerade eine Recital- CD mit Bo Skovhus aufgenommen.

Seit 1. Januar 2009 hat Stefan Blunier die Position des Generalmusikdirektors der Stadt Bonn inne. Er wurde somit gleichzeitig Chefdirigent des Beethoven Orchester Bonn und der Oper Bonn. Mit dem Beethoven Orchester Bonn hat er  u.a. in der Kölner Philharmonie und im Konzertgebouw Amsterdam gastiert, ausgedehnte Tourneen ins nahe und ferne Ausland sind in Planung, und es wird eine Reihe von CD- Aufnahmen geben.

Mit der Komischen Oper Berlin verbindet Stefan Blunier seit der Spielzeit 2008/09 eine engere Zusammenarbeit: Nach einer Serie von Prokofjews „Liebe der drei Orangen“ und einem Konzertabend in der Spielzeit 2009/10 stehen in der aktuellen Saison weitere Konzerte, Repertoire-Vorstellungen und eine Neuproduktion von Poulencs „Dialogue des Carmelites“ bevor. Kürzlich brachte Blunier außerdem an der English National Opera Henzes „Elegy for young lovers“ in der Originalversion mit großem Erfolg zur Aufführung, zukünftige Engagments umfassen u.a. auch Strauss’ „Daphne“ an der Oper Frankfurt und an der Semperoper Dresden den Tannhäuser

Außerdem ist Stefan Blunier ab der Saison 2010/11 für die kommenden drei Jahre zum ersten ständigen Gastdirigenten des Orchestre National de Belgique/Brüssel ernannt worden.

 

- kr 08/10 -