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Stefan Blunier rediscovers D’ Alberts Der Golem at Oper Bonn (including CD) - 01/10

„…von der Bonner Neuproduktion wird erfreulicherweise ein nachhaltiger Eindruck bleiben, denn der Mitschnitt der Premierenaufführung wird beim Label Dabringhaus und Grimm erscheinen. […] Wenn wie hier unter GMD Stefan Bluniers Leitung des Beethoven Orchesters Bonn dem Ausspielen der ansprechenden Melodien ebenso großes Gewicht zukommt wie der Zeichnung der beständig an Spannung wachsenden Handlung, erklingt d‘ Albert’s „Golem“ in einer so fesselnden Weise, dass es vollkommen unverständlich ist, warum diese Oper kaum aufgeführt wird. …“

„…fortunately the new production in Bonn will leave a lasting impression, since the first night was recorded and will be published by the label of Dabringhaus und Grimm. […] When - as in the case of GMD Stefan Blunier’s conduct of Beethoven Orchester Bonn - great playing of appealing melodies weighs as much as a plot of continually increasing suspense, the sound of d’Albert’s Golem becomes so captivating that it becomes incomprehensible why this piece is played as rarely as it is. …”  

K.-F. Schulter, Das Opernglas, März 2010

 

 „…erhöhte Betriebstemperatur: Nach einigen Wiederbelebungsversuchen in den 80ern und 90er Jahren bricht in Bonn GMD Stefan Blunier nun eine Lanze für das schillernde, durchaus reizvolle Werk.  […] Stefan Blunier kitzelt aus dem Beethovenorchester Bonn ein Maximum an Drive und Farben heraus. Erstaunlich, was aus dem früher oft muffig klingenden Klangkörper geworden ist. …“

„…increased operating temperature: After some revival trials in the 80s and 90s, now Stefan Blunier, GMD in Bonn, stands up for this resplendent and absolutely appealing piece. […] Stefan Blunier teases out a maximum of drive and colour of Beethoven Orchester Bonn. It is amazing what has become of this formerly rather musty sounding orchestra. …”

Regine Müller, Opernwelt, März 2010

 

Mit Liebestod

„…In Bonn hat STEFAN BLUNIER begonnen, das Terrain vergessener Opern neu zu durchforsten. Mit Szymanowskis Krol Roger hatte er in der letzten Spielzeit einen sensationellen Start. Auch d’Albert vermag mit seiner harmonisch schärfer gewordenen, bei Bedarf aber immer noch üppig melodischen Klangsprache zu fesseln; im Finalakt des Golem kommt ein gewisses Maß an Weihepathos hinzu. Das ist eine Melange, wo Opernnostalgiker zu schwelgen beginnen. Und da Blunier den Reichtum der Musik mit dem bestens disponierten Beethoven Orchester hörbar zu machen versteht (der Premierenmitschnitt wird auf CD herauskommen), war die Begeisterung des Publikums immens. …“

With love-death

„…In Bonn STEFAN BLUNIER has started to trawl the field of forgotten operas anew. He had a sensational start last year with Szymanowski’s Krol Roger. D’Albert is just as captivating with his harmonically sharper, yet at times still opulent melodious tone; in the final act of Golem a certain degree of consecration pathos is added. This mélange makes nostalgic lovers of opera indulge themselves. And for Blunier knows exactly how to bring out the opulence of the music of the greatly disposed Beethoven Orchester (the recording of the first night will be released on CD), the audience was filled with enthusiasm.

Christoph Zimmermann, Orpheus, Ausgabe 3/4 2010

 

 

"Viele Dirigenten sind nur zu faul für Neues"

Wie Stefan Blunier das Bonner Beethovenorchester nach vorne bringt und mit Raritäten auf dem CD-Markt etabliert.

 

„Eingereiht ins Sängerensemble betritt Stefan Blunier die Bühne. Beim dritten Vorhang nach der Premiere von Eugen d'Alberts "Golem" holt er sich keinen Extra-Applaus mehr. Er winkt kurz in den Graben, damit das Orchester aufsteht, geht sofort in die Reihe. Das ist eine kleine Geste. Aber auf die kommt es manchmal an, nicht nur im Musiktheater.

Der 45-jährige Schweizer ist seit einem Jahr Generalmusikdirektor der Stadt Bonn und hat viel bewirkt. Das Beethovenorchester, das es zuvor häufig gemächlich angehen ließ, klingt engagierter, glühender, leidenschaftlicher. Da steht ein Lustmusiker am Pult, der seine Begeisterung überträgt, ein kugeliges Energiebündel. Und ein Chefdirigent, der sich als Partner versteht, ansprechbar ist, Probleme offen diskutiert. "Ein Orchester braucht einen Ersatzpapa", sagt er. Auch durch das Publikum ist ein Ruck gegangen. Man ist wieder stolz auf sein Beethovenorchester. Was im Moment besonders wichtig ist, da der Bau eines neuen Festspielhauses anstelle der traditionsreichen Beethovenhalle noch lange nicht beschlossene Sache ist.

Blunier liebt die Spätromantik, das große deutsche Repertoire, und trifft damit genau, was die gebildeten Bonner Klassikfans hören wollen. Seinen Einstand gab er mit der "Elektra" von Strauss, Bruckner und Mahler sind in den Sinfoniekonzerten zu hören; den Kontrapunkt setzen Heinz Holliger in Auseinandersetzung mit Franz Schubert und der verrückte Finne Leif Segerstam, der in Bonn seine 198. (!) Sinfonie dirigiert. Blunier grinst und erzählt, dass Segerstam ihn nicht leiden kann und ihn mal vor vielen Jahren bei einem Dirigentenwettbewerb abgeschossen hat. Jetzt war es ihm eine besondere Freude, den älteren Kollegen einzuladen.

Humor und Selbstironie machen das Leben leichter. Stefan Blunier wird gern mal frech: "Viele Dirigenten sind zu faul, ihrem Repertoire mal was Neues hinzuzufügen. Weil das mit Arbeit verbunden ist." Der Dirigent antwortet so auf die Frage, warum so wenige Werke von Eugen d'Albert auf den Spielplänen stehen. Dem Komponisten, dessen Lebensweg 21 Opern und sechs Ehefrauen säumen, der mit "Tiefland" einen Riesenerfolg hatte. Ein Originalgenie war d'Albert wahrhaftig nicht, aber Klauen ist auch Kunst. Der Komponist vermengte Einflüsse seiner Zeitgenossen, von Wagner und Puccini, Schreker und Filmmusik zu bühnenwirksamen Partituren. Was in Bonn der 1926 uraufgeführte "Der Golem" beweist, der sich an einen populären Gruselstoff klemmte.

Paul Wegener drehte 1920 eins der Meisterwerke des expressionistischen Kinos, es war der letzte Teil seiner "Golem"-Trilogie. Die erzählt von einem Lehmklumpen, der durch Magie zum Leben erweckt wird. Laut Legende im Prag des 16. Jahrhunderts vom berühmten Rabbi Löw, der die jüdische Gemeinde mit dem Golem vor ihren Feinden beschützen wollte. Die Oper setzt genretypisch vor allem auf die Liebesgeschichte. Lea, die hochdramatische Soprantochter des Rabbi Löw, sieht den Golem und brennt nur noch für ihn. Sie lehrt ihn das Sprechen, vielmehr das Singen, und d'Albert erzählt mit plumpem Baritonpoltern und großen Melodiebögen, wie das Monster Seele bekommt. Die Nationalsozialisten haben den "Golem" verboten, wegen des jüdischen Themas. Und nach dem Zweiten Weltkrieg blieb die Oper weitgehend vergessen. "Heute sind die Opern-Opiate wieder im Kommen", sagt Stefan Blunier. "Das Schöne und Schmelzige passt wieder zum Zeitgeist."

Aber so richtig schön und schmelzig wollte es die Regisseurin Andrea Schwalbach in Bonn doch nicht werden lassen. Ihr Rabbi Löw ist ein gewissenloser Wissenschaftler, der im Auftrag des Kaisers Menschenversuche unternimmt. Unter der Kuppel seines Labors wanken und liegen seine Kreaturen herum, glatzköpfige, blutige Wesen, Ausschuss seiner Experimente. Der Golem ist kein Monster, sondern einer dieser Menschen, an denen herum operiert wurde. Dass Lea, die Tochter des Rabbis, diesen Golem so hemmungslos und naiv liebt, interpretiert die Regisseurin so: Auch Lea ist ein künstliches Wesen, ein Geschöpf des Rabbis. Deshalb sieht die stimmlich strahlende Sopranistin Ingeborg Greiner gleich zu Beginn wie Frankensteins Braut aus dem Hollywood-Gruselfilm von 1935 aus.

Liebesgeschichten zwischen Mutanten, Monstern, Außenseitern können sehr berührend sein. Das beweist Tim Burton in jedem seiner Filme. Aber in Bonn kommt weder Spannung noch Mitgefühl auf. Es gibt kaum Lichtwechsel, die Atmosphäre bleibt nüchtern und distanziert. Obwohl vor allem Ingeborg Greiner und Mark Morouse, der Darsteller des Golem, ausgezeichnet spielen. Aber sie gehen unter in den vielen überschlauen Einfällen der Regisseurin. Besser, man konzentriert sich nur auf die Musik.

Weil vom "Golem" keine Aufnahme erhältlich ist, wurde die Bonner Premiere mitgeschnitten. Es ist ein weiser Entschluss sie auf CD herauszubringen, nicht - wie es an manchen Opernhäusern inzwischen üblich ist - auf DVD. Eine weitere CD mit Werken von Arnold Schönberg hat Blunier ebenfalls schon eingespielt. Im "Golem" lässt er das Beethovenorchester in vielen Schattierungen blühen, schmachten und wüten. Schön und schmelzig, wie es sich gehört. Mit Stefan Blunier könnte Bonn seinen Ruf als Musikstadt aufpolieren.“

„Many conductors are just too lazy for new things“

How Stefan Blunier puts Beethoven Orchestra ahead and becomes established on the CD market with rarities

“Stefan Blunier enters the stage in line with the singers. During the third curtain call of the first night of Eugen d’Albert’s “Golem” he does not step forward to receive his individual acclaim but makes a small gesture towards the orchestra pit indicating the orchestra to rise up; and stays back in line. It is a small gesture. But sometimes that’s what counts, not only in music theatre.

The 45-year old Swiss has been GMD in Bonn for a year and has achieved a lot. The Beethoven Orchestra which habitually performed far more leisurely now sounds a great deal more dedicated, fiery, and passionate. They have a lustful musician in front of them whose enthusiasm is contagious, a spherical bundle of energy. He is a chief conductor who considers himself a partner, who is available and openly discusses problematical issues. “An orchestra needs an Ersatzpapa [substitute daddy]” says Blunier. A jolt went through the public as well. The audience is again proud of their orchestra - A detail which becomes even more important due to the fact that the construction of a new festival house replacing the tradition-rich Beethovenhalle is still an open issue.

Blunier loves the late romantic period, the great German repertory; and thus hits exactly the taste of the well educated classic lovers in Bonn. He made his debut with Strauss’ “Elektra”; Bruckner and Mahler were played in the symphonic concerts; whereas counterpoints were set by Heinz Holliger performing Franz Schubert and by the crazy Finn Leif Segerstam who conducted is 198th (!) symphony in Bonn. Blunier smirks and tells us that Segerstam dislikes him and that once, many years ago, dumped him in a conductors’ competition. Thus, it has been a particular pleasure for him to invite the elder colleague now.

A sense of humor and self-mockery do make life easier. On occasion Stefan Blunier likes to become impertinent: “Many conductors are just too lazy to add something new to their repertory. For, it means a lot of work.” This was his answer to the question why so few works of Eugen d’Albert were to be found in the programmes – of a composer whose life’s journey was marked by 21 works of opera and six wives; and who had an immense success with “Tiefland”. It is true that d’Albert was not a veritable genius of originality - however, nicking is a skill, too. The composer mingled influences of his coevals, in particular Wagner, Puccini, Schreker as well as film music to efficacious scores, as to be seen in his work “Der Golem” in Bonn which was first performed in 1926 and greatly influenced by a popular horror story.

In 1920 Paul Wegener created a masterpiece of expressionist cinema – the final part of his “Golem”-trilogy. It tells the story of a lump of clay that becomes alive through magic. According to the legend the Golem was brought to life by the famous rabbi Löw who intended to protect the Jewish community from their enemies. Typical of its genre the opera piece focuses mainly on the love story. Lea, the highly dramatic soprano daughter of Rabbi Löw sees the Golem and desperately falls in love with him. She teaches him to speak, or rather to sing and with the help of clumsily baritone rumbling and great melodious phrases d’Albert tells the story of how the monster gets a soul. The Nazis put a ban on the “Golem” because of the Jewish subject. And after the World War II the piece remained largely forgotten. “Nowadays the opera opiates are on the way up again”, says Stefan Blunier. “Beauty and melodiousness suit again the spirit of the time.”

Nevertheless, director Andrea Schwalbach did not entirely fancy the beauty and melodiousness in Bonn. Her rabbi Löw is a ruthless scientist experimenting on human beings by order of the Emperor. Under the cupola of his laboratory bald headed and bloody creatures are lying and wavering around, rejects of his experiments. The golem is not a monster but one of those beings that were operated on. The incident of Lea, daughter of the rabbi, falling so unrestrainedly and naively in love with Golem is interpreted by the director like this: Lea as well is an artificial being, a creation of the rabbi. That is why the vocally brilliant soprano Ingeborg Greiner looks like Frankenstein’s bride from the Hollywood gothic movie of 1935 from the very beginning.

Love stories between mutants, monsters and outsiders can be extremely moving, as proven by Tim Burton in each of his movies. Yet, in Bonn neither tension nor empathy comes up. There are hardly any lighting changes; the atmosphere remains austere and clinical despite the excellent acting of Ingeborg Greiner and Mark Morouse as Golem. Unfortunately they were drowned by numerous really clever (!) ideas of the director. One would be well advised to just concentrate on the music.

Since there is no recording of “Golem” available on the market, the first night in Bonn was recorded. It is a wise decision to release a CD and not - as it has become common at other opera houses – a DVD. Stefan Blunier has already recorded another CD with works of Arnold Schönberg. In “Golem” he lets the Beethoven Orchestra flourish, languish and rage beautifully and melodiously as is right and proper. In the company of Stefan Blunier the city of Bonn might eventually burnish its reputation as a city of music.”

Stefan Keim, Die Welt, 28.1.10

 

Wieder belebt

„…Das bedingungslose Engagement von GMD Stefan Blunier für d' Alberts herrlich eklektizistische Partitur und das rundweg überzeugende Ensemble lohnten diese Belebung dieses Operngolems vollauf…"

Revival

„…The unconditional commitment of GMD Stefan Blunier to d’Albert’s magnificently eclectic score and the in every part convincing ensemble made the revival of this opera golem absolutely worthwhile…”

M. Wild, FAZ, 28.1.10

 

Stark abstrahiert

„…Stefan Blunier lässt das Beethoven Orchester Bonn die als "spätromantisch" begriffenen Grundgesten des Tonsatzes in  vollen Zügen auskosten…“

Strongly abstracted

„…Stefan Blunier lets his Beethoven Orchester Bonn make the most of the basic gestures of late romanticism’s fashion of composition …”

Frieder Reiningshaus Deutschlandradio Kultur, 26.1.10

 

Musikdrama in der Bonner Oper

Eugen d'Alberts „Der Golem" als CD-Neueinspielung

„…Umso größer der Nachdruck, mit dem die Oper Bonn unter Leitung des Bonner Generalmusikdirektors Stefan Blunier die Produktion dieses Werkes vorantrieb, nicht zuletzt auch im Hinblick auf eine CD-Neueinspielung während der Premiere am 24. Januar 2010. Ein durchweg gelungenes Unterfangen, wie auch der begeisterte Applaus des Premierenpublikums bestätigt. […]

Insgesamt eine mutige und überzeugende Produktion, die vor allem glänzt durch die musikalische Leistung des Bonner Beethoven Orchesters unter der Leitung von Stefan Blunier.“

Music drama at Oper Bonn

Eugen d'Albert‘s „Der Golem" as new CD recording

„…Therefore Oper Bonn under the lead of GMD Stefan Blunier enforced even stronger the production of this piece, not least because of the new CD recording of the first night on January 24, 2010. It turned out to be an absolutely successful endeavour - as the first night’s audience confirmed as well by enthusiastic applause. […] All over it is a brave and convincing production whose shine is mostly attributable to the musical accomplishment of Beethoven Orchestra Bonn under the baton of Stefan Blunier.”

Bernd und Cecilie Kregel, Epoch Times, 26.1.10

 

Volksheld aus Ton

„…Federführend waren stets die Dirigenten, auch in Bonn. Denn Stefan Blunier kann eigentlich alles aus dieser Epoche hinreißend gut. Er wurde gefeiert. D'Albert ist aber auch eine außerordentlich süffige Musik gelungen. Nichts, was vor ihm nicht Gnade gefunden hätte. Ganze Passagen im dritten Akt klingen wie „Meistersinger“. Den „Ring“ gibt es zitathaft. Anderes nutzt das Orchester für Aufschwünge à la Strauss…“

National hero made of clay

“…it has always been the conductors’ lead, also here in Bonn. For, Stefan Blunier is actually enchantingly good at everything from that epoch. He was celebrated. D’Albert indeed accomplished an extraordinarily quaffable piece of music. There is nothing, that wouldn’t have found his favour. Entire passages of the third act sound like “Meistersinger”, the “Ring” appears in quotes. Other parts are used by the orchestra for upturns in the fashion of Strauss…”

H. D. Terschüren, Kölnische Rundschau,  26.01.10

 

Emotionale Musik

„…Satte Streicherwogen, donnerndes Schlagzeug, bedrohliche Tuba, geradezu elektrisierende Blechbläser, geheimnisvolle Celli, auratisierende „Winds“: Eugene d’Alberts imaginierende Musik schöpft aus dem musikalischen Reichtum der Entstehungszeit (1926) – variiert spätromantischen Klangrausch, aggressive Töne und expressive Attitüde, entwickelt einen vielschichtig interpretierenden Duktus zum Golem „wie er auf die Welt kam“. Stefan Blunier lässt sich mit großer Leidenschaft – und hoch differenzierender Attitüde! - mit dem bravourös aufspielenden Beethoven Orchester Bonn auf den Golem-Mythos ein: voll von mystischem Zauber, mit tiefen seelischen Irritationen, bewegend in den archaischen Bedrohlichkeiten, alarmierend in der existentiellen Bedrohung, diffizil in der Charakterisierung des so variantenreichen Ausdrucks von Lebensgefühlen in der Ghetto-Situation – mit-leidend, mit-hoffend: das verzweifelte Leben der Juden im Mittelalter findet zu ergreifendem musikalischen Ausdruck…“

Emotional music

„…Rich string waves, fulminate drums, a sinister tuba, a literally electrifying brass, mystical cellos, aura-evoking winds: Eugene d’Albert’s animating music draws from the musical opulence of its time of origin (1926) – varying between the late romantic sound rush, aggressive tones and expressive attitude, developing a complex interpretation of Golem “as he was brought into the world”. Stefan Blunier passionately gets himself and his brilliantly playing Beethoven Orchestra Bonn into the Golem-myth – with a greatly differentiating attitude!: full of mystical magic, profound emotional irritations, affecting through its archaic threats, alarming through its existential menace, with difficile characterization of the multi-variant expression of attitude towards life in the ghetto situation – empathetic, sharing hopes: the desperate life of the Jews in the Middle Ages finds a poignant musical expression…”  

Franz R. Stuke, Opernnetz, 26.01.10

 

 

Oper "Der Golem" feiert in Bonn umjubelte Wiederauferstehung

„…D'Albert hatte weder Angst vor großen Gefühlen noch vor großer Show. Bonns Generalmusikdirektor Stefan Blunier, der das Stück dem Vergessen entreißen will, dirigiert es auch so: Er lässt seine Musiker die Effekte auskosten, treibt sie mitunter zu dynamischen Exzessen an, als lägen die Noten von Strauss' "Elektra" auf den Pulten. Auf der anderen Seite hat er aber auch den Mut, sich ganz den Gefühlen hinzugeben, selbst wenn die Kitsch-Zone erreicht ist. Man erlebt großes Kino für die Ohren. Auf die Veröffentlichung des Mitschnitts, den das CD-Label Dabring & Grimm von der Premiere gemacht hat, darf man sich schon jetzt freuen…“

Greatly acclaimed revival of "Der Golem" in Bonn

„…D’Albert neither feared great emotions nor great show. Bonn’s GMD Stefan Blunier who intends to save the piece from oblivion, does conduct in exactly the same manner: He lets his musicians make the most of the effects, and now and then even drives them to dynamic excesses, as if he had the sheets of Strauss’ “Elektra” on his stand. On the other hand he also has the nerves to give vent to emotions, even when the kitsch zone comes near. A great listening experience! One can look forward to the release of the first night’s recording which will be published by the Dabring & Grimm label…”

Bernhard Hartmann, Generalanzeiger Bonn, 26.01.10

 

Zwischen Leben und Tod

„…D'Albert komponierte dazu eine höchst attraktive, aus prägnanten Motiven gewobene Illustrationsmusik, die ihre Nähe zum Film nicht verleugnet. Kitzelnd dissonante Groteskwirkungen stehen neben süffigen Puccini-Melodien, die als dankbares Sängerfutter eingelagert sind. All das kommt in Bonn zu mitreißender Wirkung: Generalmusikdirektor Stefan Blunier entlockt dem glänzend disponierten Beethoven Orchester ein Maximum an Kontrast und Kolorit; dramatischer Fluss und klangsinnliches Verweilen gehen Hand in Hand…“

Between life and death

„…D’Albert composed a highly attractive illustrating piece of music which does not neglect its close proximity to film music. Stimulatingly dissonant grotesque effects stand next to smooth Puccini melodies which are embedded as appreciated singer feed. All that creates an exciting effect in Bonn:  GMD Stefan Blunier elicits a maximum of contrast and colouring of the brilliantly conditioned Beethoven Orchestra, dramatic flow and sound sensual dwelling go hand in hand…”

Stefan Rütter, Kölner Stadtanzeiger (ksta.de), 25.01.10

 

Frankenstein im Prager Ghetto

„…Generalmusikdirektor Stefan Blunier hat sich in Bonn der musikalischen Seite der Produktion angenommen – mit eindrucksvollem Ergebnis. Unter seiner Leitung gelang es dem Beethoven Orchester, mit viel Feingefühl und Intensität die emotionalen Abstufungen und den Kontrastreichtum der Partitur auszuloten, die mal nach Wagner, mal nach Puccini und mal nach der Filmmusik eines alten Horrorklassikers klingt. […]

Mit begeistertem Applaus und verdienten Bravorufen für Sänger, Dirigent und Orchester ging die außergewöhnliche Premiere zu Ende…“

Frankenstein at Prague Ghetto

„…GMD Stefan Blunier had taken over the lead of the musical part of the production in Bonn – with impressive results. Under his baton Beethoven Orchestra Bonn accomplished with great delicacy and intensity to plumb the depth of the emotional shades and rich contrasts of the score which sound now like Wagner, then like Puccini, then like the sound track of an old horror classic. […]

Christiane Wiegand, Kultur-in-Bonn.de, 26.01.2010

 

"Der Golem" - eine Oper kehrt zurück

„…Diese Oper ist eine Rarität, sagt der Bonner Generalmusikdirektor Stefan Blunier. Die Musik sei eine Mischung aus vielen Elementen: "Sinnlich, süffig, herb – ein Wechselbad der Gefühle". […]  "Jetzt aber haben wir eine Renaissance", glaubt Blunier. "Es ist ein Trend für neue Sinnlichkeit da – Puccini wird auch immer beliebter – und wenn das mal ins Bewusstsein der Menschen kommt, sehe ich für dieses Stück die große Chance, dass es wenigstens ab und zu wieder auf dem Spielplan erscheint." […]

Der Bonner Generalmusikdirektor Stefan Blunier widmet sich mit dieser Aufführung zum zweiten Mal einer fast vergessenen oder nur selten gespielten Oper. Im vergangenen Jahr begann er sein Oper-Wiederentdeckungs-Projekt mit "König Roger" von Karol Szymanowski. Im nächsten soll es ein Werk von Franz Schreker sein. "Ich will ganz gezielt Stücke ausgraben, von denen ich überzeugt bin, die muss man machen. Dem Publikum entgeht etwas, wenn sie das nie in ihrem Leben gehört haben." Leider überwiege heute aber oft das kommerzielle Denken. Und die Experimentierfreude deutscher Opernhäuser lasse zu wünschen übrig. …“

„Der Golem“ – the return of an opera

“…This piece of opera is a rarity, says Bonn’s GMD Stefan Blunier. According to him this music is a mixture of many elements: “Sensual, smooth, sobering – an emotional roller coaster”. […] “We are currently experiencing a renaissance”, is the belief of Stefan Blunier. “There is a trend for a new kind of sensuality – Puccini too is becoming more and more popular – at the moment where people become conscious of this development, I see great chances for this piece to make it into the programmes at least once in a while.” […]

With this performance Bonn’s GMD Stefan Blunier dedicates himself to an almost forgotten or only rarely played piece for the second time. Last year he started his rediscovery project with “King Roger” by Karol Szymanowski. Next year he is planning to perform a work from Franz Schreker. “I intend to specifically dig out pieces which I strongly believe that must be played because the audience would really miss something, if they never got to hear them in their life.” He adds that unfortunately nowadays commercial thinking is stronger and the eagerness to experiment at German opera houses leaves a lot to be desired. …”

Autorin: Cornelia Rabitz / Redaktion: Marlis Schaum, Deutsche Welle 26.01.2010